EB-L-21036
- Essverhalten - Regulation, Störungen und Interventionen -
Essen ist weit mehr als reine Energiezufuhr. Mit jeder Mahlzeit beeinflussen wir nicht nur unseren Körper, sondern auch unser Denken, Fühlen und Verhalten. Nährstoffe bilden die Grundlage für Hormone, Neurotransmitter und zentrale Zellfunktionen und sind damit unmittelbar an Stimmungslage, Stressverarbeitung, Konzentrationsfähigkeit und innerer Stabilität beteiligt.
Gleichzeitig folgt unser Essverhalten nicht ausschließlich biologischen Hunger- und Sättigungssignalen. Emotionale Belastungen, Stress, Lebensumstände, Gewohnheiten, soziale Prägungen und frühe Erfahrungen wirken oft unbewusst und nachhaltig auf unsere Nahrungsaufnahme. Veränderungen im Essverhalten sind daher nicht zwangsläufig Ausdruck einer psychischen Erkrankung, sondern können Hinweise auf ein inneres Ungleichgewicht sein etwa im Zusammenspiel von Nährstoffversorgung, Darmfunktion, hormoneller Regulation, Stressverarbeitung oder Neurotransmitterhaushalt.
Geraten diese Regulationssysteme aus dem Gleichgewicht, zeigen sich die Folgen häufig sowohl auf körperlicher als auch auf psychischer Ebene. Antriebslosigkeit, Reizbarkeit, Ängste, Konzentrationsprobleme, Stimmungsschwankungen oder ein verändertes Essverhalten können Ausdruck komplexer biologischer und psychosozialer Wechselwirkungen sein.
Seminarinhalte:In diesem Webinar erhalten Sie eine praxisnahe Einordnung von Essverhalten im Spannungsfeld zwischen körperlicher Regulation, psychischer Verarbeitung und klinischer Relevanz. Behandelt werden unter anderem:
- Zusammenspiel von Hunger, Sättigung und Belohnungssystem
- Bedeutung von Makro- und Mikronährstoffen für Gehirn und Psyche
- Rolle von Neurotransmittern, Hormonen, Darm und Mikrobiom
- Einfluss von Stress auf Essverhalten, Verdauung und Stoffwechsel
- Essen als Emotionsregulation, Copingstrategie und Gewohnheit
- Prägungen durch Kindheit, Beziehungserfahrungen und Umfeld
- Einfluss von Körperbild und sozialen Medien
- Einordnung von Anorexie, Bulimie, Binge Eating, Orthorexie und Adipositas
- Abgrenzung zwischen vorübergehenden Mustern, Regulationsstörungen und behandlungsbedürftigen Erkrankungen
- Sensible Gesprächsführung im Themenfeld Essen und Psyche
- Praxisnahe Fallbeispiele
Seminarziel:
Ziel ist es, neue, gesündere Strategien im Umgang mit Stress, Emotionen und Körperwahrnehmung zu entwickeln ohne vorschnelle Zuschreibungen oder Stigmatisierung.
Zielgruppe:
Die Inhalte richten sich an:
" therapeutisch tätige Personen, die ihr Wissen zu Ernährung, Darm und Psyche erweitern möchten
" Fachpersonen aus psychosozialen oder beratenden Berufen
" Betroffene und Angehörige, die Zusammenhänge besser verstehen und alltagsnahe Impulse erhalten möchten
Die vermittelten Inhalte können bei entsprechender Qualifikation in die eigene Praxis integriert werden und stellen wertvolle Bausteine für ein ganzheitliches therapeutisches Konzept dar.
Die Dozentinnen:
Das Webinar wird interdisziplinär aus unseren beiden Fachbereichen Psychologie und Ernährung mit unseren beiden Dozentinnen Frau Andrea Dobay (Heilpraktikerin für Psychotherapie und Ernährungstherapeutin) und Dr. Sandra Krauß-Mandel (Heilpraktikerin und Ernährungstherapeutin) gestaltet. Beide Dozentinnen verfügen über langjährige Praxiserfahrung im Bereich psychischer Störungen, sowie Essstörungen, Ernährung, Nährstoffe, Hormone, Darmgesundheit, usw. sowie in der Lehrtätigkeit.
Teilnahme-Voraussetzung:
Keine