Psychologische Berater:innen / Personal Coaches unterstützen Menschen präventiv in persönlichen und beruflichen Veränderungsprozessen – beispielsweise bei Entscheidungsfragen, Konflikten, Stressbelastungen, Partnerschaftsproblemen oder beruflicher Neuorientierung. Im Unterschied zur Psychotherapie arbeiten sie unterstützend, ressourcen- und lösungsorientiert und begleiten Menschen, bevor psychische Belastungen pathologisch werden.
Der Quereinstieg richtet sich an Personen mit psychologischen Vorkenntnissen oder einer Ausbildung Heilpraktiker:in für Psychotherapie, die sich gezielt in den Bereichen Coaching und psychologischer Beratung weiterentwickeln möchten.
Da Grundlagen der Psychologie, Persönlichkeitspsychologie und Kenntnisse der klinischen Psychologie bereits vorausgesetzt werden, können Sie direkt in die praxisorientierten Inhalte der Ausbildung einsteigen. Im Mittelpunkt stehen professionelle Beratungskompetenz, Coachingprozesse, Gesprächsführung, ressourcenorientiertes Arbeiten sowie das große D,I,S,G-Persönlichkeitsprofil.
Die Ausbildung verbindet theoretisches Fachwissen mit hohem Praxisanteil, Selbsterfahrung und direkt anwendbaren Methoden für die Beratungs- und Coachingpraxis. Sie lernen, Menschen professionell und verantwortungsvoll in Entwicklungs- und Veränderungsprozessen zu begleiten.
Voraussetzungen für den Quereinstieg:
- Ausbildung Heilpraktiker:in für Psychotherapie
- oder Kenntnisse in Grundlagen der Psychologie und klinischer Psychologie
Ein schriftlicher Nachweis der Vorkenntnisse ist erforderlich.
Ausbildungsinhalte des Quereinstiegs:
- Einführung in die Grundlagen des Coachings - Prozessablauf/ Zielfindung
Was bedeutet Coaching eigentlich - und was nicht? Diese Einführung vermittelt die zentralen Grundlagen professionellen Coachings. Sie lernen die Haltung, Prinzipien und Wirkweisen von Coaching kennen und erhalten erste Orientierung für eine sichere und reflektierte Coaching-Praxis.
- Konfliktmanagement
Konflikte gehören zu den anspruchsvollsten Themen im Coaching. Diese Einheit vermittelt angehenden Coaches praxisnahe Werkzeuge und eine klare Haltung für den professionellen Umgang mit Konflikten - sicher, lösungsorientiert und gut abgegrenzt.
- Stressbewältigung, Mobbing und Burnout:
Stress entsteht, wenn Anforderungen als belastend erlebt werden oder die individuellen Bewältigungsmöglichkeiten übersteigen. Subjektive Bewertungen beeinflussen dabei das persönliche Stresserleben wesentlich. Ziel der Stressbewältigung ist es, Belastungen zu reduzieren und den Umgang mit herausfordernden Situationen zu verbessern.
Burnout beschreibt einen Zustand emotionaler und körperlicher Erschöpfung, der häufig mit Überforderung, innerer Distanzierung und depressiven Gefühlen einhergeht. Im Mittelpunkt stehen das Erkennen von Belastungsfaktoren sowie die Wiederherstellung eines gesunden Gleichgewichts zwischen Anforderungen und persönlichen Ressourcen.
Von Mobbing spricht man, wenn Angriffe oder Ausgrenzungen gegenüber einer Person systematisch und über längere Zeit erfolgen. Mobbing kann erhebliche psychische und körperliche Belastungen verursachen. In diesem Modul werden Ursachen, Auswirkungen sowie Möglichkeiten der Prävention und unterstützenden Begleitung thematisiert.
- Ressourcenorientiertes Arbeiten:
Oft empfinden Menschen nicht nur deshalb eine Belastung, weil sie ein Problem haben, sondern auch weil sie glauben, nicht genug oder nicht die passenden Ressourcen zu haben, um das Problem zu lösen! Eine der wichtigsten Aufgaben von Coaches und Berater*innen ist es folgerichtig, Kund*innen wieder in Kontakt mit ihren Ressourcen also Kraftquellen zu bringen. In vielen praktischen Übungen lernt ihr z.B. ressourcenorientiertes Fragen und das Auffinden von Stärken und Ressourcen bei euch und euren Klient*innen.
- Achtsamkeit und Selbstfürsorge:
Viele psychische Probleme entstehen bzw. werden verschlimmert durch einen Mangel an Selbstfürsorge. Um freundlich mit uns selbst zu sein, müssen wir zuerst lernen, uns und unsere Gefühle und Bedürfnisse überhaupt wahrzunehmen und deshalb beginnt Selbstfürsorge mit Achtsamkeit. Mit vielen praktischen Übungen, z.B. aus MBSR und MSC lernt ihr euch selbst und eure Klient*innen zu mehr Achtsamkeit und Selbstfürsorge anzuleiten.
- Neurolinguistisches Programmieren:
NLP wird seit vielen Jahren von Psychotherapeuten und Psychologischen Beratern erfolgreich eingesetzt, denn es bietet außerordentlich nützliche Werkzeuge und Techniken für ein lösungsorientiertes Setting. Auch die Grundsätze des NLP (z.B. Für jedes Problem gibt es eine Lösung) erweisen sich immer wieder als nützliche Einstellungen für eine erfolgreiche Persönlichkeitsentwicklung. Einfach ausgedrückt, geht es im NLP darum nicht nützliche mentale Verhaltensprogramme zu löschen und hilfreiche Programme zu installieren, die es einem ermöglichen sich lösungs- und ressourcenorientiert den Herausforderungen des Lebens zu stellen. Ziele zu verwirklichen ist ein wesentlicher Schwerpunkt der NLP-Arbeit. Je besser wir diese kennen und je klarer wir sie formulieren können, desto leichter werden diese Ziele auch erreicht. Viele NLP-Techniken nutzen die menschliche Fähigkeit zur Visualisierung. Hierfür ist ein leichter Trancezustand hilfreich. Trance ermöglicht uns wiederum einen einfacheren Zugang zu unserem unbewussten Potential. Ziel dieses Moduls ist es, NLP-Techniken, wie z.B. die Time-Line, das Ankern, Six-Step-Reframing u.a. erfolgreich in die Beratungspraxis zu integrieren, um Hilfe zur Selbsthilfe zu ermöglichen.
- Klientenzentrierte Gesprächsführung nach C. Rogers:
Carl Rogers (1902-1987), war ein amerikanischer Psychologe und Jugendpsychotherapeut. Er ist Begründer der klientenzentrierten Gesprächspsychotherapie. Rogers vertrat die Auffassung, dass die Entwicklung einer Therapie nicht abhängig vom Wissen und Können des Therapeuten, sondern von dessen Einstellung ist. Er betrachtete den Psychotherapieprozess als persönliche Entwicklung und entwickelte davon ausgehend die Gesprächspsychotherapie. Er war der Ansicht, es sei sinnvoll als Therapeut einen Menschen zu begleiten um ihn ein Gegenüber zu sein an dem er wachsen kann. Seine drei bekannten therapeutischen Grundhaltungen Kongruenz/Echtheit, bedingungsfreie Wertschätzung und Empathie sind gleichsam bedeutend für die klientenzentrierte Therapie, können aber genauso für das alltägliche Miteinander in allen Beziehungen aber auch in beratenden und therapeutischen Berufen, beziehungs- und entwicklungsfördernd sein.Ziel dieses Moduls ist es, die Arbeitsweise und Haltung, sowie die therapeutischen Grundhaltungen von Rogers nicht nur theoretisch, sondern auch als eigene Erfahrung in Übungen kennenzulernen und mit in der eigenen Praxis anzuwenden.
- D,I,S,G-Persönlichkeitsprofil
Menschen besser verstehen. Wirksamer kommunizieren. Erfolgreicher coachen. In diesem Seminartag lernen angehende Coaches das DISC-Persönlichkeitsmodell praxisnah kennen und gezielt im Coaching einzusetzen - für mehr Klarheit im Umgang mit unterschiedlichen Verhaltensstilen und deutlich wirksamere Coaching-Prozesse.
- Systemisches lösungsorientiertes Coaching:
Die systemische Therapie sieht Probleme nicht im Individuum, sondern immer im System verortet. Ihr lernt das systemische Denken und verschiedene praktische Methoden aus dem systemischen Werkzeugkoffer kennen.Über Probleme zu sprechen schafft Probleme. Über Lösungen sprechen schafft Lösungen lautet das berühmte Zitat von Steve de Shazer, der den lösungsorientierten Ansatz mit seiner Frau Insoo Kim Berg begründet hat. Eine radikale Konzentration auf die Lösung schafft völlig neue Perspektiven und ermöglicht praktische Schritte zur Veränderung.